Cars 2 (Michael Giacchino)

Walt Disney Records/Pixar [63:29 / 26 Tracks]

Mit Cars 2 (2011) schwingt Michael Giacchino zum vierten Mal seine flinke Komponistenfeder für einen abendfüllenden Disney/Pixar-Spaß. Das überrascht nach den Erfolgen mit The Incredibles (2004), Ratatouille (2007) und Up (2009) wenig, auch wenn viele Filmmusikbegeisterte gerne wieder Randy Newman im Komponistensessel gesehen hätten. Mit dem Komponistenwechsel (und einem doch auch klar filmisch anders ausgerichteten Sequel), hält auch ein anderer Sound Einzug ins Cars-Universum. Giacchino distanziert sich etwas von Newmans Americana und orientiert sich stärker an englischer Surf Rock Musik (wie er im Interview in der aktuellen Cinema Musica erklärt). Das Ergebnis ist durchaus unterhaltsam, wenn auch die sehr starke Präsenz des Hauptthemas bisweilen aufdringlich und repetitiv ist.

Das Album eröffnet mit fünf Songs, die von Interpreten wie der Band Weezer, Robbie Williams, Brad Paisley und dem französischen Sänger Bénabar extra für den Film eingesungen wurden und die vom Stil her wohl einfach auf eine Animations-Filmmusik-Scheibe drauf müssen. Mit dem Score haben die Songs kaum etwas bis nichts zu tun und der Hörspaß hängt sicherlich direkt mit den eigenen musikalischen Präferenzen und allfälligen Kinobesuch-Erinnerungen zusammen.
Mit Turbo Transmission beginnt Giacchinos Score-Repräsentation. Das Stück setzt sogleich den Ton der Filmmusik und präsentiert das Hauptthema. Dieses ist in der Tat sehr eingängig und schmissig, doch erhält es während den kommenden Minuten so viele Anspielungen, das es an Hörqualität doch etwas einbüsst. Ansonsten gibt Giacchino durchgehend ordentlich Gas und liefert knackige Rhythmen (womit sich Cars 2 auch positiv von Giacchinos etwas schwerfälligeren Speed Racer (2008) abzuheben vermag) – wobei das Stück Tarmac the Magnificent ein schönes Highlight an furioser Action geworden ist. Die Stücke Mater the Waiter und besonders Radiator Reunion präsentieren einen locker-sonnigen Country-Folk-Sound mit einer Fiddle und brechen damit den Action-Sound etwas. Ein spezieller Hinhörer sind besonders auch die Stücke Porto Corsa und Mater’s the Bomb, die dramatische Brass-Kompositionen geworden sind und vom lässig-rassigen Drive-Sound etwas ablassen.
Der Ausklang des Albums ist mit The Radiator Springs Gran Prix und The Turbomater leider etwas unglücklich geworden. Hier hätte man sich eine schöne, für Giacchinos Pixar-Kompositionen üblich gewordene, Abschluss-Suite gewünscht, doch der Zuhörer wird in dieser Musikpräsentation doch etwas arg am Ende in der Luft stehen gelassen.
Basil Böhni