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Score – Eine Geschichte der Filmmusik

Score – Eine Geschichte der Filmmusik, Filmplakat

Was interessiert Dich an Filmmusik? Ist nicht die beste Filmmusik, die, an die man sich nach dem Film nicht mehr erinnern kann? Fragen, die jeder geneigte Musikhörer und Leser der Cinema Musica schon hat hören dürfen. Der Dokumentarfilmer Matt Schrader scheint sich diese Fragen auch gestellt zu haben. Als Filmemacher mag sein Ansatz weniger daher rühren, seinen Freunden erklären zu müssen, warum er sich jetzt den kompletten Abspann der Films noch ansehen will, während diese den Saal nicht schnell genug verlassen zu können scheinen, sondern eher daher, dass er verstehen will, wie ein Score einen Film beeinflussen kann und dieser dank ihm zu mehr werden kann als die Summe beider Teile. Für seinen Film Score – Eine Geschichte der Filmusik, welcher nun in den deutschen Kinos läuft, hat er dafür die aktuellen Marktführer der Branche besucht und gefragt, was Filmmusik ausmacht. Danny Elfman, Howard Shore, Hans Zimmer, Alexandre Desplat, Marco Beltrami, John Powell, Trent Reznor, Rachel Portman, diese und viele, viele mehr kommen zu Wort, nicht nur um über ihre eigene Musik zu reden, sondern auch über die Giganten, auf deren Schultern sie stehen, auf der Suche danach, zu erklären, was Filmmusik ist und kann und was man mit ihr machen kann. Dabei verliert der Filmemacher nie die professionelle Perspektive, er wird nie zum Fan, des Atems beraubt, den „Genien“ bei ihrer Magie zusehen zu dürfen, sondern bleibt jemand, der die teils harte kreative Arbeit des Komponisten abzubilden versucht. Es ist eher ein Film für Einsteiger; für alle, die Filmmusik bis dato nur am Rande wahrgenommen haben. Für alle, die bereits sich eingänglicher mit dem Thema beschäftigt haben, bietet er zwar wenig Neues, denn die Beispiele, die er wählt, sind doch die üblichen bekannten prägnanten Melodien, meist aus John Williams’ Feder, über die schon ausreichend geschrieben wurde. Auch beschränkt sich der Film zu sehr darauf, Filmmusik als Filmkunst zu präsentieren und vernachlässigt dabei dessen Rolle als Teil der Filmwirtschaft. Ein kleines Budget wird als Möglichkeit für andere Ansätze gefeiert, ein unimaginativer Produzent als Herausforderung. Frustrationen, Konkurrenzdruck, unerfüllte Karrieren, das gibt es in der Welt von Score leider nicht, ist aber auch nicht das Thema dieses Dokumentarfilmes; vielleicht erzählt uns diese Geschichte eines Tages jemand anderes. Score inszeniert den Status-Quo der Filmmusik in einer durchaus mitnehmenden Art. Es sind anderthalb erfreuliche Stunden Film, die dabei helfen könnten, die Basis derer, die ab jetzt bei einem Film auch mal auf die Musik hören, zu erweitern. Trotz der dem Format verschuldeten fehlenden Tiefe bleibt Score – Eine Geschichte der Filmmusik dennoch für alle Fans des Genre ein Muss, in welches man all seine Freunde, Verwandte, Partner mitnehmen sollte; kurz alle, die einen mal schräg angesehen haben, weil man nachdem letzten Bild einen Film auch mal musikalisch ausklingen lassen wollte.

Score – Eine Geschichte der Filmmusik
Score: A Film Music Documentary
USA 2016
Buch und Regie: Matt Schrader
Musik: Ryan Taubert
mit Hans Zimmer, Danny Elfman, Marco Beltrami u.v.m.

David Serong